Body Positivity – Ein dummer Hype?

„Man kann auch echt alles schönreden!?!“ – Ursprünglich geht es aber gar nicht ums Wegsehen, sondern um Hinschauen ohne Abwertung. Übergewichtige Menschen spüren häufig Diskriminierung & Verurteilungen in unserer Gesellschaft.

Langfristige Veränderung entsteht aber erst, wenn du aufhörst, dich gegen dich selbst und deinen Körper zu richten.

Das Problem

Viele Menschen sind ein einem Kreislauf gefangen aus Abnehmversuchen, Versagen, Frust, Verzeiflung und Hoffnungslosigkeit. Und schließlich erneutem, noch verbittertem Versuchen. Im Rückblick ist es also leicht Beweise für das eigene Versagen finden. Letztlich schleicht sich die Idee ein, undiszipliniert zu sein und man schwankt mit dem Gewicht von einer Diät zur Nächsten. Als wäre dieser Wunsch nach dem „schlanken Leben“ hoffnungsfrei. Aber was genau ist eigentlich dieses „schlanken Leben“ ganz genau für dich? Ernsthaft, nimm dir die Zeit darüber nachzudenken, was du da eigentlich ist, das du möchtest.

Um dieses schlanke Leben zu erreichen, nimmst du dir vielleicht immer schwierigere Ernährungs- und Sportroutinen zum Abnehmen vor, weil du das Gefühl hast, dass du disziplinlos zu sein und sowieso bei dir nichts funktionieren würde. Wer schonmal einer solchen Abnehmroutine gefolgt hat, weiß sicherlich wie viel Widerstand innerlich dabei aufkommen kann. Kontroverser weise erwarten viele durch ihre rigiden Abnehmversuche letztlich trotzdem glücklicher zu werden. Dabei möchten Menschen natürlicherweise für ihr Leben eine Richtung, die sich subjektiv gut anfühlt. Ja, dieses Bild von schlanken, glücklichen Menschen in unserer Gesellschaft ist wirklich sehr prominent. Zumal erleben Menschen mit Übergewicht leider immer wieder Diskriminierung und teilweise auch gesundheitliche Einschränkungen. Aber hast du schonmal überlegt, dass es nicht dasselbe ist gegen die Kilos zu kämpfen und einfach etwas zu tun, das sich gut anfühlt.

Eigentlich ist es logisch, dass du zum Abnehmen dein neues Essverhalten langfristig beibehalten musst, um nachhaltig abzunehmen. Wenn du dir vorstellst, es für den Rest deines Lebens so zu machen, darf diese Fantasie also nicht direkt abstoßend für dich sein. Sonst ist es vielleicht nicht der richtige Weg, oder? Aus dieser Sicht ist es plötzlich völlig normal, dass du neue Routinen nicht beibhalten kannst, oder?

Wie soll im Alltag etwas, das dich unglücklich macht, dazu beitragen, glücklicher zu werden?

Abnehmen richtig angehen

Wenn du dein Fett hasst, wirst du etwas gegen dein Gewicht tun und nicht direkt für dich.

Abnehmen, aber du kannst dein Leben nicht wirklich führen, wenn du Sachen machst, die dich nicht glücklich machen!
Höre endlich auf, gegen das Gewicht zu arbeiten. Nutze also jede Möglichkeit, Frieden mit dem Gewicht zu schließen, die du jetzt grade hast, auch wenn es schwer fällt! Tue, was dich in die Richtung zieht, die sich gut anfühlt, bei denen du dich freust sie zu tun, bei denen du glaubst, dass sie funktionieren. Wenn etwas zurzeit zu viel für dich ist, wirst du es merken, weil es sich so anfühlt, als würdest du dich selbst bestrafen oder dir etwas vorenthalten.

Sorge jeden Tag ein bisschen ein dafür, dass du dich wohler in deinem Körper fühlst. Am Anfang ist es sicherlich schwer, aber es wird immer leichter, weil jede Handlung dich mehr und mehr inspiriert. Von dort aus werden die Dinge immer leichter. Wenn du dich in deiner Haut wohlfühlst, hast du viel mehr Ressourcen, um auf das Körperbild hinarbeiten, das du begehrst. Und eines Tages wird dein Körper die Verkörperung deines Verlangens nach deinem wirklichen Körper sein!

Impulse (Ausklappen)


Wenn du an deine Vergangenheit denkst, hast du bei deinen Versuchen abzunehmen gegen das Fett gekämpft?
Oder du aus Akzeptanz, Selbsterlaubnis und Genuss und Freude gehandelt?
Hast du im Einklang mit deiner Lebensfreude gehandelt?
Oder vielleicht in die gegensätzliche Richtung?

Die Daily-Challange Methode

Nimm dir jeden Morgen ein Ziel vor, das für dich wirklich erreichbar ist. Egal wie klein oder unbedeutend es auch scheinen mag. Es geht, darum, dass du das Gefühl hast, etwas wirklich für dich zu machen und es auch zu erreichen. Das kann sein: Heute esse ich einen Apfel, alles andere bleibt gleich. Das kann dein erster Schritt abzunehmen sein.

Das ist ein kleiner Erfolg und es wird sich gut anfühlen dein Ziel erreicht zu haben! Wichtig ist natürlich, dass du ein Ziel wählst, das du erreichen möchtest. Wenn dir Äpfel nicht schmecken, wird dir das nichts bringen. Egal was du dir aussuchst, das einzuge Kriterium ist, dass es für dich ist und erreichbar.

Jeden Tag wirst du ein kleines Erfolgserlebnis haben. Und irgendwann wirst du wieder verinnerlich haben deine Ziele mit guten Gefühlen zu verbinden und nicht mit dieser Verzeiflung. Jeder Erfolg baut ein Momentum auf, das dich weiter trägt und inspiriert. Am Anfang war es nur ein Apfel, aber bald fühlst du vielleicht: Heute gehe ich spazieren! – Egal wie lange, hauptsach raus und die Sonne genießen.

Wenn du das jeden Tag machst, wirst du schneller oder später einen Life-Style haben, der sich nicht nur gut anfühlt und dich resilienter macht, sondern auch ein perfektes Gesundheitsverhalten. Perfekt, weil es 100% individuell auf dich abgestimmt ist. Früher oder später wirst du vor dem Spiegel stehen und das exakte Bild von dir sehen, dass du der Welt zeigen willst.

Illustration eines jungen Mannes, der mit geschlossenen Augen eine Hand auf Brust und Bauch legt – Symbol für Selbstmitgefühl, Körperakzeptanz und Ruhe

Der Schlüssel

Lass es sein, Dinge zu machen, die sich wie Bestrafung oder wie ein Mangel anfühlen. Finde heraus, was dir Freude macht und lass dich davon motivieren. Es kommt nicht darauf an, was genau du machst, um abzunehmen. Es ist viel wichtiger, dass du glaubst, dass du dadurch abnehmen kannst. Und nein, das ist keine esotherik. Wenn du etwas isst, obwohl du das Gefühl hast, dass es dich dick macht, ist in diesem Moment der Wunsch es zu verzehren größer als der Wunsch abzunehmen. Egal, ob du dich dann letztlich entscheidest zu essen oder zu verzichten, wird eine der beiden Wünsche enttäuscht. Du hast also konkurrierende Bedürfnisse. Verständlich, dass du dich in deiner Haut nicht wohlfühlst, wenn du immer einen Teil in dir enttäuscht. Einen Teil möchte abnehmen, ein anderer Teil hat einen Grund zu essen.
Es kann schwierig sein, diesen inneren Konflikt differenziert zu bedenken und diese Diätmentalität loszulassen. In der Realität ist nichts so schwarz und weiß, dass du es auf einzelne Taten, Lebensmittel, Mahlzeiten oder Snacks ankommt.

Sport

Bei Sport gilt dasselbe: Es bringt nicht sich zu bewegen, ohne dass es Spaß macht. Du wirst es dann ja eh nicht lange durchziehen! Finde also eine Aktivität, die dir Spaß macht. Am besten geht es gar nicht um die Bewegung. Vielleicht liebst du Tennis. Dann ist die Bewegung bei Tennis nur ein Bonus! Tu es nicht nur aus dem Abnehmdruck, sondern weil es dir an und für sich Freude macht.

Sich vergleichen – ein Teufelskreis

Du kennst diese schlanken Leute, die scheinbar alles essen können, was sie wollen. Das fühlt sich so unfair an. Als wärst du ganz alleine. Aber das bist du nicht. Viele sind in diesem Kreislauf gefangen. Du musst aufhören, dich anhand der Perspektiven und Meinungen anderer zu bewerten! Es hilft dir nicht etwas zu tun, das sich – wie wir oben besprochen haben – für dich gut anfühlt. Es bringt dir nichts, etwas nachzuahmen, bei dem andere sich gut fühlen. Vielleicht kannst du dich dabei nicht wohlfühlen, weil ihr andere Menschen seid, oder weil ihr einen anderen Startpunkt im Leben hattet,… Wenn der Maßstab Wohlbefinden ist, kannst du nicht enttäuscht sein, unglücklich zu sein, während du etwas nachahmst, das jemand anderen glücklich macht. Ja, vielleicht ist dabei manchmal auch etwas dabei, das für dich funktioniert. Aber ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Begib dich direkt auf die Suche. Dabei geht es nicht um jemanden anders.

Übung: Gründe für das Fett finden

Vielleicht hast du beim Lesen bis hierhin schon so ein Gefühl bekommen: Es geht eigentlich um mehr hinter dem Gewicht und der Unzufriedenheit. Und das stimmt.

Diese Übung soll helfen einen Anhaltspunk zu identifizieren, was in dir vorgeht. (Ausklappen)

Es gibt einen Grund, weswegen dein Körper denkt, er bräuchte das Gewicht, das er hat. Versuche mal diese Fragen für dich zu beantworten:

Warum brauche ich das Gewicht?
Was ist die positive Intention, dieses Gewicht zu haben?
Lass die Reaktion auf folgende Möglichkeiten einfach aufsteigen ohne sie zu Bewerten. Sie sollen dir dein Bedürfnis hinter deinem Gewicht klarmachen. Der Grund muss nicht fortbestehen, wenn du anders mit deinem Bedürfnis umgehst. Der Körper wird Körper nicht an Fett festhalten, wenn es keinen Nutzen mehr hat.

Gründe für dein Fett:

  • Emotionaler Schutz. Vielleicht versteckst du deinen wahren Gefühlen schon so lange oder entschuldigst dich für sie. Vielleicht hast du dieses Bedürfnis schon halb vergessen. Versuche dieses Bedürfnis wieder bewusst zu leben.
  • Chronisches Entsagen. Du entsagst dir, was du wirklich begehrst, wer du wirklich bist. Kurz: eigene Wünschen und Verlangen nimmst du nicht ernst oder erkennst sie dir ab. Vielleicht spielt dabei Selbstbestrafung eine Rolle. Durch dieses Gefühl von Mangel, denkt dein Körper er müsse für diese Mangel-Zeit Reserven anlegen, weil es ihm sonst meistens verwehrt bleibt.
  • Selbstablehnung
  • Deinen Körper vor jemandem oder vor etwas schützen wollen
  • Innere Leere füllen
  • Gefühle in dich hineinfressen und nicht ausdrücken
  • Fühlst du dich so, als könntest du deine eigene Wahrheit nicht ausdrücken können?
  • Suchst du Liebe und Erfüllung, aber bist davon überzeugt, dass sie nicht kommen wird?
  • Essen als Ersatz für Zuneigung und Zuwendung
  • Kannst du mvor anderen manchmal nicht zu dem stehen, wer du wirklich bist oder was du wirklich brauchst?
  • Ein Gefühl von Armut in einem Bereich deines Lebens, das so groß ist, dass du es irgendwie füllen musst.
  • Du lächzst nach Nähe und geliebt zu werden, gehalten zu werden. Aber du fühlst dich so, als würdest du das nie bekommen können.
  • Vielleicht simuliert das Fett ein bisschen das Gefühl gehalten zu werden oder von Nähe.
  • Eine Emotionale Rüstung, die nichts mehr durchlässt.
  • Unterdrückter Ärger und unterdrücktes jemandem-etwas-übelnehmen.
  • Wunsch nach Macht und Größe auf eine Weise, dass niemand dich ausnutzen kann

Zusammengefasst

Finde kleine Wege im Alltag dich in dich zu verlieben. Das ist vielleicht schwer, wenn du grade in den Spiegel schaust. Du kannst vielleicht nicht einfach sagen: Wow, bin ich toll, ich liebe mich! – ohne zu lügen. Aber es gibt kleine Dinge, die in diese Richtung gehen. Vielleicht findest du bestimmte Körperteile oder Stellen, die dir an deinem Körper gefallen.

Wenn du deinen Zugang gefunden hast, kannst du kleine Schritte unternehmen ein Körperbild zu erreichen, mit dem du dich wirklich identifizierst. Es sollte es dabei darum gehen ein Körperbild zu erreichen, das du genießt, weil du dich selbst liebst und nicht, weil du dich hasst. Nachhaltiges Abnehmen geschieht, weil du dich liebst und willst, dass du dich gut fühlst und nicht, weil du dich selbst hasst und anders sein willst.

Ein Verhalten, das diesem Widerstand heraus entsteht, ist nicht effektiv. Aber es gibt kleine, alltägliche Verhaltensweisen, die dir helfen, dich besser zu fühlen, insbesondere in Bezug aufs Zunehmen. Das inspiriert dich dann vielleicht für ein Verhalten, dass aus Selbstliebe und Selbstakzeptanz entspringt, was dich immer weiter in dieser Mentalität verwurzeln und antreiben wird.

Es ist auch wichtig, alles anderen außen vorzulassen. Es ist egal, was jemand getan hat, um abzunehmen. Beim Abnehmen geht es um dich. Beim Abnehmen hat dein Erleben rein gar nicht mit dem Erleben von jemand anderem zu tun. Es geht darum herauszufinden, wie du abnehmen kannst und dann diesen Pfad zu beschreiten. Niemand kann dir dareinreden.

Meine Message

Es ist mein persönliches Bedürfnis, dass du verstehst, dass der Körper, indem du grade bist, perfekt ist! Es gibt nichts, dass sich ändern muss! Aber gleichzeitig verdienst du es, das Körperbild zu haben, dass du dir in diesem Leben wünschst! Und, dass es nichts gibt, das dich davon abhält!