Ernährungspsychologie braucht mehr als gute Absichten
Ernährungspsychologie wird oft als Zusatz verstanden. Als optionale Ergänzung zu „eigentlich wichtigen“ Ernährungsmedizin. Genau das halte ich für problematisch.
Essen ist nie nur Nährstoffzufuhr.
Es ist Verhalten, Beziehung, Regulation und Identität.
Deshalb engagiere ich mich in der Deutschen Gesellschaft für Ernährungspsychologie. Für mich ist sie kein Netzwerk aus Überzeugungen, sondern ein Arbeitsraum. Ein Ort, an dem Wissenschaft, psychologische Tiefe und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen.
Warum mir dieses Engagement wichtig ist
Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, Ernährungspsychologie dort zu verankern, wo sie bisher oft fehlt. In der öffentlichen Wahrnehmung. In der Versorgung. Im Gesundheitssystem.
Nicht als Trend.
Nicht als Zusatzmodul.
Sondern als eigenständige, relevante Perspektive auf Essverhalten.
In der DGEP arbeite ich deshalb in verschiedenen Arbeitsgruppen an der Weiterentwicklung des Fachs. Fachlich, strukturell und in seiner Außenwirkung.
Qualität sichern, ohne Menschen zu normieren
In der Arbeitsgruppe Qualitätssicherung beschäftigen wir uns mit der Frage, wie ernährungspsychologische Arbeit verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Wissenschaftlich fundiert. Aber alltagsnah.
Für mich bedeutet Qualität nicht Kontrolle.
Sondern Orientierung.
Leitlinien sollen nicht vorschreiben, wie Menschen zu essen haben. Sie sollen Fachkräften helfen, mit Komplexität umzugehen. Mit Ambivalenz. Mit Leidensdruck. Mit realen Lebensbedingungen.
Diese Haltung prägt auch meine Beratung.
Kommunikation entscheidet über Wirkung
In der Arbeitsgruppe Außenwirkung geht es darum, wie Ernährungspsychologie verstanden wird. Welche Bilder wir erzeugen. Welche Narrative wir verstärken. Und welche wir bewusst hinterfragen.
Sprache kann öffnen.
Oder beschämen.
Sie kann entlasten.
Oder Druck erzeugen.
Mein Anliegen ist, dass über Essverhalten so gesprochen wird, dass Menschen sich wiederfinden, statt sich zu rechtfertigen.
Kooperationen durch die Veränderung entstehen
In der Arbeitsgruppe Kooperationen arbeite ich daran, Ernährungspsychologie stärker mit Kliniken, Praxen, Forschung und Ausbildung zu verknüpfen. Dort, wo Versorgung stattfindet und Weichen gestellt werden.
Für mich bedeutet das, Entwicklungen früh zu sehen, interdisziplinär zu denken und Ernährungspsychologie dort einzubringen, wo sie Wirkung entfalten kann.
